Sichtmauerwerk verfugen
Sichtmauerwerk wir aus Vormauerziegeln, Klinker oder Kalksandsteinen hergestellt und erfordert gleichmäßige Fugenbreiten. Auf der Oberfläche des Mauerwerks ist darauf zu achten, dass man es beim Mauern nicht verschmutzt, etwa durch herausquellenden Mörtel. Vor allem im Aussenbereich muss für gleichmäßigen Mörtelauftrag gesorgt und Hohlräume vermieden werden. Frischer Fugenmörtel ist vor großer Hitze zu schützen. Im Aussenbereich ist eine Zementmörtel mit der Mischung 1 Raumteil Zement zu 2 bis 3 Raumteile Sand zu verwenden. Im Innenbereich ist Kalkzementmörtel der Mischung 1 Raumteil Kalk, 1 Raumteil Zement und 3 Raumteile Sand am besten geeignet. Bei der Auswahl des Sandes sollte darauf geachtet werden, dass dieser nicht zu grobkörnig ist (Körnung bis zu 4 mm). Fugenmörtel ist auch als Fertigmörtel zu bekommen und sollte auch verwendet werden. Dabei lässt sich die Farbe des Fugenmörtels durch Verwendung von grauem oder weißem Zement oder durch Einfärben variieren.
Im Aussenbereich sollte der Fugenmörtel zum Schutz der Mauer vor Witterung grundsätzlich nicht mehr als 1 mm zurückspringen. Der Fugenmörtel sollte überall in gleichmäßiger Dicke eingebracht werden.
Um den losen Mörtel zu entfernen, sollten noch bevor sich der Mörtel verfestigt die Fugen mit einem Holzstab ca. 1,5 bis 2 cm tief ausgekratzt werden.
Zum Verfugen wird ein relativ trockener, aber noch leicht verformbarer Mörtel verwendet. Bevor man mit dem verfugen beginnt, muss trockenes Mauerwerk angefeuchtet werden. Man nimmt nun etwas Mörtel auf die Glättekelle oder das Reibebrett und presst ihn mit der Fugenkelle dicht ein, im Aussenbereich so fest, dass kein Wasser eindringen und Schaden anrichten kann. In einigen Baumärkten ist ein Fugenbrett erhältlich, was das Verfugen der senkrechten Fugen erheblich erleichtert.
Sobald der Mörtel leicht angezogen ist, werden zuerst die Stoß-. dann die Lagerfugen mit einer Fugenkelle geformt. Auch eignet sich hier zum runden der Fugen ein abgeschnittenes Schlauchstück gut. Die fertig verfugte Mauer muss vor nachträglichen verschmutzungen und vor Regen geschützt werden. Noch bevor der Mörtel ausgehärtet ist, müssen sämtliche Mörtelspritzer mit Wasser entfernt werden. Zementschleier wird mit einem säurehaltigen Spezialmittel (Zementschleierentferner) nach dem Aushärten entfernt.
Man kann auch während des Mauerns Verfugen (”nass in nass”). Dabei werden schon während des Aufmauerns die Fugen mit Fugenmörtel gefüllt. Diese Technik ist für uns Heimwerker wesentlich schwieriger, weil wir zwei Arbeitstechniken gleichzeitig beherrschen müssen.
Für Ausbesserungen von alten Fugen gilt grundsätzlich: Allen lockeren Fugenmörtel entfernen sowie Fugen von Schmutz und Sandresten befreien. Der Reparaturbereich muss vorher ausreichend genässt werden. Der Mörtel wird wie beim Neuverfugen verwendet. Man presst den Mörtel mit der Fugenkelle ein und passt die Fugenstruktur der bestehenden an.