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Rohrlängen bestimmen und Gewinde schneiden


Wegen des äusseren und inneren Korrosionsschutzes dürfen verzinkte Stahlrohre nicht gebogen werden. Mit Gewinden und passenden Fittings müssen alle Richtungsänderungen, Abzweigungen und Anschlüsse hergestellt werden.



Damit die Rohrlänge bestimmt werden kann muss man die Länge abziehen, die durch die Fittings selbst entsteht. Dann wird die Gewindelänge wieder dazu gerechnet, die sich in den Fittings befindet.

  • Das Rohr wird waagerecht in einen Schraubstock gespannt. Nur einige cm rechts neben den Schraubstockbacken sollte sich die markierte Abschneidestelle befinden. Da die meisten Eisensägenblätter die Zahnung auf beiden Seiten haben, kann man die Sägeblätter je nach Bedarf in vier verschiedene Stellungen einspannen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Sägeblätter immer auf Stoß eingesetzt werden, damit beim Schieben Späne abgenommen werden, nicht beim Ziehen. Eisensägeblätter sidn sehr stark gehärtet und deshalb auch sehr spröde.
    Wenn man den Spannbügel unterhalb der Schnittstelle positioniert, erreicht man eine saubere und gerade Schnittstelle. Dabei befindet sich das Rohr dann zwischen Sägeblatt und Bügel. Beim Sägen sollte gleichmäßig über die gesamte Länge des Sägeblatts durchgezogen werden.
  • Beim Sägen entstehen immer scharfe Grate. Nicht nur wegen der Verletzungsgefahr müssen sie entfernt werden, sondern auch deshalb, weil sie den Durchfluß im inneren des Rohrs beeinträchtigen und Schmutzteile festhalten. Sie erschweren aussen das Ausschneiden des Gewindes. Das Entgraten wird mit ener Feile durchgeführt, die auf einer Seite flach und auf der anderen Seite abgerundet ist. Mit der Feile kann auch der Schnitt nachgearbeitet werden, wenn er nicht völlig gerade geworden ist. Das Anschneiden des Gewindes erleichtert ein leichtes Anfasen an der Aussenkante.
  • Rohre werden immer mit Aussengewinde vershenen. Dazu wird eine Schneidkluppe benutzt, eine Ratsche für Rechts- und Linksdrehung, und zwar entweder mit verstellbaren Schneidbacken oder mit auswechselbaren Gewindeschneideinsätzen. Die Gewindegröße wird in Zoll angegeben und richtet sich nach der Bezeichnung für den Rohrdurchmesser, nicht nach dem tatsächlichen Durchmesser.
  • Beim Gewindeschneiden benutzt der Fachmann ein Spanngerät mit eingekerbten Spannbacken. Dadurch wird der Spanndruck an vier Stellen auf das Rohr gebracht und nicht wie beim normalen Schraubstock nur an zwei. Besonders bei großen Durchmessern werden beim Gewindeschneiden sehr hohe Drehmomente wirksam. Mit etwas Gefühl kann man sich bei kleineren Durchmessern auch mit einem Schraubstock behelfen. Für Schraubstöcke gibt es auch eingekerbte Vorspannbacken zum Einspannen von Rohren.
  • Zum Schneiden des Gewindes wird die Ratsche auf “Rechts” gestellt und über das Rohrende gestülpt.
    Rohraussengewinde (Withworth-Rohrgewinde) verlaufen leicht kegelig. Daher muss die Schneidkluppe immer von der Seite aufgesetzt werden, an der sich zuerst die Rohrführung und dann die Schneidbacken befinden. Wenn die ersten gewindegänge geschnitten sind, braucht man sie nicht mehr anzudrücken, sondern nur noch den Hebel betätigen, der zunehmend schwerer zu bewegen ist.
  • Ab und zu muss während des Schneidens “Schneidöl” an die Schnittstelle aufgebracht werden. Die Ratsche wird, nachdem das Gewinde in der richtgen Länge aufgedreht worden ist, auf “Links” gestellt und der Schneidkopf in umgekehrter Richtung wieder abgedreht. Sollte beim Abdrehen ein Widerstand da sein, sind Späne im Weg.
  • Es lassen sich bei Rohrgewindeverbindungen immer nur Endstücke herausschrauben. Aus diesem Grund benutzt man bei Geräten im Rohrleitungsnetz und Armaturen Verschraubungen oder Flanschverbindungen mit eingesetzter Ringdichtung.
  • Bei Reparaturen innerhalb des Leitungsnetzes bietet sich eine weitere Möglichkeit an, und zwar das Langgewinde. Auf das Ende des einen Rohrs wird dann ein normales kegeliges Gewinde geschnitten und auf das Ende des anzuschliessenden Rohrs ein zylindrisches Langgewinde. Wenn die Abdichtung mit Hanf ausgeführt wurde, wird eine Muffe auf die ganze Länge aufgeschraubt. Ebenfalls wird das Gewinde mit der Gegenseite mit Dichtungsmaterial versehen und die beide Rohrenden werden stumpf aneinander gesetzt. Anschließend wird die Muffe soweit zurück und auf das anschließende Rohr gedreht, dass sie zur Hälfte auf beiden Rohren sitzt. Zur Abdichtung trägt ein Konterring auf der Langgewindeseite bei.


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