Gipskarton tapezieren
Wer seine Trockenbauwand aus Gipskarton tapezieren will, muss ein wenig Vorarbeit leisten. Wenn die Tapeten einfach so auf die Gipskartonplatte geklebt werden, ist bei der nächsten Renovierung nicht nur die Tapete, sondern auch die Gipskartonplatte zum Austausch fällig. Durch den Aufbau der Gipskartonplatte verklebt die Tapete mit der Platte so fest, dass sie sich nicht mehr ohne Beschädigungen an der Gipskartonplatte entfernen lässt.
Vernatwortlich für diesen Effekt ist die Papierummantelung der Gipskartonplatte, die durch den Tapetenkleister eine so feste Verbindung mit der Tapete eingeht, dass sie sich häufig nur zusammen entfernen lassen. Diesem Effekt kann aber leicht vorgebeugt werden. Nach dem Verspachteln und Abschleifen der Gipskartonplatten werden diese mit einer Mischung aus Tiefengrund und weißer Dispersionsfarbe gegen den Kleister imprägniert. Dabei reicht ein Farbanteil von 25% in der Mischung, um die Farbunterschiede zwischen Platten und Fugen zu kachieren. Diese Vorbehandlung ermöglicht nicht nur das einfache Abziehen von Tapeten, sondern spart auch meistens den zweiten Farbauftrag beim anstehenden Anstrich.
Ist der Anstrich aus Tiefengrund und Farbe gut durchgetrocknet, kann tapeziert werden. Dabei können alle Arten von Tapeten auf der vorbehandelten Fläche problemlos verarbeitet werden. Steht man vor dem Problem, dass die Behandlung vor dem ersten Tapezieren nicht durchgeführt wurde, hat man nur zwei Möglichkeiten. Der Austausch und die anschliessende Behandlung mit Tiefengrund der Gipskartonplatten ist dabei die letzte Wahl. Die kostengünstigste Alternative dazu stellt die nachträgliche Behandlung mit Tiefengrund da. Das funktioniert aber nur bei festsitzenden, nicht gestrichenen Papiertapeten. Da die Verbindung zwischen Papiertapeten und Ummantelung der Gipskartonplatte besonders stabil ist, kann man mit dieser Methode eine Art “neuen” Untergrund für die nächste Tapetenschicht schaffen.