Der richtige Fliesenkleber
Die Fliesen in ihrem Bad, in der Küche etc. sind nicht mehr in, oder sie können sie einfach nicht mehr sehen und haben sich für eine Umgestaltung des entsprechenden Raums entschieden. Schnell hat man schöne Fliesen gefunden und nun gehts daran den Fliesenkleber zu besorgen. Nun steht man in seinem Baumarkt vor einem riesigen Regal voll von den unterschiedlichsten Fliesenklebern und hat keine Ahnung welchen man nun genau braucht.
Früher wurden die Fliesen in eine dicke Mörtelschicht gelegt (Dickbettverfahren). Da sich im Laufe der Zeit die Entwicklung der Fliese erheblich geändert hat, wurden speziell daruf abgestimmte Fliesenkleber gefordert (Dünnbettmörtel). Das Wort Fliesenkleber ist nicht ganz richtig: nach wie vor sind die Produkte zementgebunden und demnach Mörtel.
Die unterschiedlichen Fliesenkleber erklären sich wie folgt:
Zementkleber
Dieser zweikomponentigen Kunstharzkleber wird auf Untergünden wie Stahl, Glas und Polyester aber auch Holz eingesetzt. Eine besondere Eigenschaft ist die hohe Flexibilität aber auch die Chemikalienbeständigkeit. Aus diesem Grund wird der Kleber meist im gewerblichen Bereich wie Großküchen verwendet. Von einer Verarbeitung dieses Klebers wird abgeraten, da besondere Kenntnisse und Fertigkeiten erforderlich sind. Ratsam wäre es einen Fachmacnn zu Rate zu ziehen.
Fliesenkleber auf Zementbasis (Pulverkleber) werden vor dem Gebrauch mit Wasser angemischt. Zum Mischen eignet sich eine Bohrmaschine mit einem entsprechenden Quirl. Der Kleber muss völlig klumpenfrei angemischt werden. Je nach Fliese wird der Kleber mit einem Zahnspachtel etwa zwei bis sech Milimeter dick aufgetragen. Der Kleber bindet schnell ab und ist nach dem aushärten völlig gegen Nässe beständig. Eingesetzt wird der Zementkleber auf festen und nicht allzu großen Flächen. Er kommt bei saugfähigen Untergründen wie wie Beton oder Zementestrich zum Einsatz.
Fließbettkleber
Dieser Kleber kommt auf großen und ebenen Flächen zum Einsatz. Der zu einer zähflüssigen Masse angemischte Kleber wird direkt auf den Untergrund gegossen. Wichtig: Abkleben der Ränder vorher nicht vergessen! Da dieser Kleber einfach auf die Fläche gegossen wird, ist zu bedenken, dass man nicht zuviel auf einmal verteilt und der Kleber schon beginnt auszuhärten bevor man die Fläche mit Fliesen versehen hat. Der Fließbettkleber ist ebenfalls ein Zementkleber.
Kunststoffvergüteter Zementkleber
Dieser Kleber nennt sich auch “Flexkleber” und wird, wie der Name schon vermuten lässt, auf schwingendem belag angewandt. Er nimmt die Bewegungen des Untergrunds auf, wodurch ein Riß der Fuge fast ausgeschlossen ist. Sein Haupteinsatzgebiet sind Balkone und Terrassen, Badezimmer sowie auf Fußbodenheizungen. Besonders gut geeignet ist dieser Kleber auf Untergründen wie Trockenestrich-Elemente, Faserzement- und Gipskartonplatten.
Dispersionkleber
Dieser Kleber ist gebrauchsfertig und muss nicht mehr angemischt werden und zeichnet sich durch eine hohe Klebewirkung und großer Flexibilität aus. Anwendug findet der Kleber auf glatten Untergründen wie Gipskarton- und Hartschaumplatten sowie auf glattem Putz. er eignet sich auch besonders gut zum Überfliesen alter Wandfliesen. Die alten Fliesen müssen aber vorher entsprechend Grundiert werden. Der Kleber ist ausschliesslich Innen anzuwenden und wird in der regel nicht zu Kleben von Fußbodenfliesen genutzt, da die Aushärtungszeit äusserst lang ist.